Deutsches Kaiserreich

Anfang 1890 gründete sich in Plauen ein Theaterverein, der den Bau eines Theaters in der Stadt anstrebte und vorantrieb.
Nachdem nicht unerhebliche Spenden gesammelt wurden, fasste der Stadtgemeinderat den Beschluss den Theaterbau mit einem Zuschuss von 100.000 Mark zu bewilligen und stellte das stadteigene Grundstück zur Verfügung.

Im Jahr 1893 wurde mit Arwed Roßbach, einem gebürtigen Plauener und Schüler Sempers, ein Architekt gewonnen, der die Planung des Gebäudes vorantrieb.

Nachdem viele weitere Hürden genommen waren, wurde endlich, am 24. Juni 1897, der Grundstein für den Bau des Stadttheaters gelegt.
Die Einweihung wurde am 1. Oktober 1898 mit Schillers Schauspiel „Die Jungfrau von Orleans“ gefeiert. Vor der Laudatio erklang Webers „Jubelouvertüre“.

Der erste Intendant des Theaters, Siegfried Conrad Staack, der noch selbständiger Unternehmer war, fasste alsbald den Entschluss, den Plauener Theaterfreunden neben Schauspiel und Lustspiel auch Oper und Operette zu bieten. In Kapellmeister Theodor Erler fand er einen hervorragenden Partner, der Staack bei der Zusammenstellung eines neuen großen Ensembles zur Seite stand. In über 20 Jahren entwickelte er die Plauener Opernbühne, die ihre erste Opernaufführung mit dem „Freischütz“ von Carl Maria von Weber am 3. Oktober 1899 erlebte.


Zeit des Nationalsozialismus

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Theater als „wichtiges Mittel der Propaganda für die Aufrechterhaltung des Kriegs- und Siegeswillens des Volkes“ missbraucht. Den Spielplan bestimmten Stücke wie „Faust“, „Die Nibelungen“, „Wilhelm Tell“ und „Wallenstein“, die das Ringen des „heldischen“ Menschen zum Thema hatten.

Nicht nur inhaltlich wurden die Theater der nationalsozialistischen Ideologie unterworfen, auch architektonisch sollten sie jetzt angepasst werden. So wurde in Plauen 1937 sogar über einen Theaterneubau nachgedacht und der parteitreue Architekt Paul Baumgarten mit der Umsetzung beauftragt. Dank fehlender finanzieller und baulicher Mittel kam dieses Vorhaben über einen Entwurf nicht hinaus.

Da die Pläne für ein neues Theater scheiterten, versuchte man nun, das alte den neuen Anforderungen anzupassen, was eine systematische Zerstörung der Stuckarbeiten im Zuschauerraum zur Folge hatte und zu einem kargen, schmucklosen Saal führte.

Die „Umgestaltung“ dauerte nur zwei Monate und die Wiedereröffnung wurde mit der „Heimlichen Brautfahrt“ am 3. Juli 1939 begangen.
1944 schloss sich der Vorhang unter den Einwirkungen des Krieges zunächst endgültig. Am 10. April 1945 richtete ein alliierter Bombenangriff auf Plauen enorme Zerstörungen, auch am Theater, an.

Anfang August 1945 wurde der Plauener Stadtarchitekt vom Stadtbauamt beauftragt, zu untersuchen, ob das Theater innerhalb von 3 Monaten wieder aufzubauen wäre. Die erste Besichtigung zeigte eine trostlose Lage, denn die Zerstörungen umfassten innerlich 80-90% der Bausubstanz, äußerlich bis zu 40%. In der Fachwelt war man der Überzeugung, dass diese Aufgabe in der kurzen Zeit nicht zu lösen wäre. Der sowjetische Stadtkommandant Oberstleutnant Komarow setzte jedoch den 15. Oktober als Fertigstellungstermin fest. Es wurden freiwillige Einsätze organisiert, führende Firmen eingesetzt, die mit ihren Belegschaften über die üblichen Arbeitzeiten hinaus während ihrer Freizeit an Sonnabenden und Sonntagen ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellten. Das Theater wurde am 15. Oktober 1945 wiedereröffnet.


Nachkriegszeit

In den Jahren nach dem Krieg wurde das Theater in der von Ruinen beherrschten Stadt zu einem geistigen Zentrum. Die Menschen brauchten ihr Theater nach der Zeit der Entbehrungen sowohl zur Unterhaltung, als auch zur Neuorientierung.
Eine wichtige Rolle für das Musiktheater spielte das Ballett. Neben seiner Einbindung in die musikalischen Produktionen trat es auch durch eigenständige Choreographien in den Mittelpunkt. 1965 begann dann auch in Plauen die Musicalzeit. Ein wichtiges Ereignis war die DDR-Erstaufführung des bedeutenden amerikanischen Musicals von Jerome Kern: „Show-Boat“ 1971 im Plauener Theater.

1979 – 81 kam es zu einer umfassenden Rekonstruktion des Theaters, vor allem des Zuschauerraumes. In Anlehnung an die historischen Vorlagen wurden Stuck- und Vergoldungsarbeiten in großem Umfang durchgeführt und Ostern 1981 erstrahlte das Theater bei seiner Wiedereröffnung in neuem Glanz.

Bewegende Zeiten brachen mit dem Jahr 1989 für die Stadt und auch für das Plauener Theater an. Im Dezember 1991 wurde das „Theater Plauen“ in „Vogtland Theater Plauen“ umbenannt, Ausdruck der Zugehörigkeit zur Region. Ab Januar 1995 war das Vogtland Theater Plauen ein Eigenbetrieb der Stadt Plauen. Neben seiner Abstechertätigkeit im Vogtland entwickelte sich in den letzten Jahren ein reger Gastspielbetrieb in ganz Deutschland, bis hin nach Österreich.

Mit bisher nie dagewesenem Aufwand wurde in der Saison 1996/97 das Opernspektakel von Dieter Siebert „Der Untergang der Titanic“ inszeniert. Eine außerordentliche Leistung des gesamten Ensembles, die zu einem überwältigenden Erfolg führte und hier stellvertretend für die zahlreichen Höhepunkte in den Jahren nach der Wende Erwähnung finden soll.

Im Oktober 1998 wurde mit zahlreichen Festveranstaltungen der 100. Geburtstag des Hauses gefeiert. 1999 brachten eine umfassende Sanierung der gesamten Bühne und der Einbau einer Drehscheibe die Bühnentechnik auf den modernsten Stand und schuf gleichzeitig die technischen Voraussetzungen für die anstehende Fusion mit dem Theater Zwickau.


Jahrtausendwende

Seit 2000 ist das Vogtland Theater Plauen aus Gründen der Finanzierung mit dem Theater Zwickau zum Theater Plauen-Zwickau vereint.