26.10.2021

Begeistert aufgenommener Operettenabend

Mit dem Operettenabend Der Musikfeind begeisterte am vergangenen Samstag das Musiktheaterensemble des Theaters Plauen-Zwickau sein Publikum. Hinter dem Titel verbergen sich drei Einakter der beiden Komponisten Richard Genée und Jacques Offenbach. Beide Namen bürgen für humorvoll-satirisches Musiktheater. Und so sorgten die sechs Solist*innen auch in der schwungvollen Inszenierung von Generalintendant Roland May, der an diesem Abend seine erste Operetteninszenierung vorlegte, in den drei Einaktern für beste Unterhaltung. Gleich zu Beginn überzeugte auf fast kabarettistische Weise Marcus Sandmann in Genée Soloszene Der Sänger mit drei Tönen die Zuschauer*innen davon, dass man auch mit 3 ½ Tönen das gesamte Opernrepertoire singen kann, so dass bei der Vielzahl von Opernparodien kein Auge trocken blieb. In der folgenden Elektromagnetischen Gesangsstunde von Offenbach reizten Sebastian Seitz und André Gass mit einer Flut von Pointen und Wortspielen die Lachmuskeln der Anwesenden aufs Äußerste, bevor Nataliia Ulasevych, Wonjong Lee und Frank Blees im abschließenden Musikfeind, der ebenfalls von Richard Genée komponiert wurde, auch lyrischere Töne anschlugen. Mit dieser kleinen musikalischen Boulevardkomödie im Stil der Operetten von Johann Strauss und den Spielopern von Albert Lortzing stand am Ende des Abends das längste der drei Werke auf dem Programm. Für einen gelungenen Rahmen für diese drei so unterschiedlichen Einakter sorgte nicht nur Oliver Kostekas variables Bühnenbild, sondern auch die musikalische Interpretation der gut aufgelegten Musiker*innen der Clara-Schumann-Philharmoniker, die in wechselnden Besetzungen die musikalischen Unterschiede der drei Werke herauszuarbeiten wussten. Alle drei Operetten wurden von Volker M. Plangg und Michael Konstantin, der den Abend musikalisch vom Klavier aus leitete, extra für diese Aufführung auf witzige und pointierte Weise neu instrumentiert. Auf alle Fälle eine gelungene Premiere!