08.03.2021

Ehemalige Chefchoreografin in Plauen Ute Raab verstorben

Am Wochenende erreichte uns die traurige Nachricht, dass unsere ehemalige Ballettmeisterin und Chefchoreografin am Vogtlandtheater Plauen Ute Raab am vergangenen Samstag nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 56 Jahren verstorben ist.
Ute Raab hatte an der Theaterhochschule "Hans Otto" in Leipzig Choreografie studiert, ohne vorher selber Tänzerin gewesen zu sein. Nach ihrem Abschluss kam sie von 1987 bis 1990 zunächst als Ballettmeisterin nach Plauen, von 1993 bis 1997 war sie dann Chefchoreografin. Mit der Plauener Compagnie war sie zum Tanzfestival in Linz eingeladen und sie führte damals die Plauener Tanztage ein. 1998 ging sie in die Freiberuflichkeit.
Der ehemalige Musikdramaturg und Regisseur in Bautzen, heute Musikkritiker in Dresden und Wegbegleiter Jens Daniel Schubert schreibt über Ute Raab:
" Neben Arbeiten für Oper, Operette und Musical interessierte sie sich zunehmend für die Arbeit mit Schauspielern. „Das Ballhaus“, ein Schauspiel ohne Worte, inszenierte sie am Thalia in ihrer Heimatstadt Halle und in Heilbronn. Regie und Choreografie aus einer Hand war ihr Markenzeichen. Und das Verständnis für das Ganze eines Theaterkunstwerkes. Ausstatter Stefan Wiel, der seit 87 in Bautzen immer wieder mit Ute Raab zusammengearbeitet hat, verweist auf ihren Blick für Bühnenbild und Kostüme. Bild, Bewegung, Text und Musik – für Ute Raab war das eine ästhetische Einheit. Sensibel, einfühlsam aber durchaus konsequent und zielstrebig hat sie gearbeitet, eigentlich ihre Arbeit gelebt. Mit Eltern und Denn alle Lust will Ewigkeit kehrte sie nach Bautzen zurück, an den Landesbühnen inszenierte sie Einer für Alle und Heute Abend Lola Blau.
Die Liste ihrer Choreografien und Regiearbeiten, auch am Staatsschauspiel Dresden, am Schauspiel Frankfurt oder in Krefeld, ist lang. Sie hat in Leipzig und Graz unterrichtet. Nach der ersten Krebsdiagnose kämpfte sie sich, unterstützt von Freunden und Kollegen, tapfer ins Berufsleben zurück. Dann kam das Rezidiv, das ihr die Kraft nahm. Ihr Tod mit Mitte Fünfzig erschüttert, reißt eine Lücke, macht betroffen. Die Erinnerung an eine selbstbewusste Frau, ambitionierte Künstlerin und gute Freundin wird bleiben."
Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren, unser Mitgefühl gilt ihrer Familie.