12.10.2018

2. Sinfoniekonzert überzeugt mit Wagner und Strauss

Für ihr 2. Sinfoniekonzert dieser Spielzeit am 11. Oktober erwarteten das Philharmonische Orchester Plauen-Zwickau und sein Generalmusikdirektor Leo Siberski ihr Publikum wieder mit einem facettenreichen Programm. Unter dem Titel [Anti]Helden versammelte das Konzert unterschiedliche Perspektiven der Komponisten Wagner und Strauss auf Heldenfiguren. Richard Wagners Siegfried-Idyll greift Motive seiner zeitgleich entstehenden Oper Siegfried auf und erinnert an seinen neugeborenen Sohn, der ebenfalls nach dem Opernhelden benannt wurde. Mit den zarten Klängen des Idylls leitete das Orchester den Abend im Zwickauer Konzert- und Ballhaus Neue Welt ein. Auch Wagners Wesendonck-Lieder verweisen auf eines seiner Musikdramen – Tristan und Isolde. Da der Komponist mit der Autorin seiner vertonten Gedichte, der Schriftstellerin Mathilde Wesendonck, eine unerfüllte Liaison eingegangen war, wurden die Lieder für ihn auch zur persönlichen Projektionsfläche. Das Philharmonische Orchester führte die Bearbeitung für Kammerorchester von Hans Werner Henze aus dem Jahr 1977 auf, die sich durch ein aufgefächertes, beinahe fragiles Klangspektrum auszeichnet. Mezzosopranistin Johanna Brault erhielt für ihre nuancenreiche und expressive Gestaltung der Lieder besonders reichen Beifall – ebenso wie die beiden Solistinnen Tanja Tetzlaff (Violoncello) und Barbara Drechsler (Viola) in Richard Strauss’ Sinfonischer Dichtung Don Quixote. Diese bot zudem zahlreichen Solostimmen aus dem Orchester die Möglichkeit, ihren Spielwitz in raffinierten Kontrasten unter Beweis zu stellen. Die Reise des „Ritters von der traurigen Gestalt“ nach Miguel de Cervantes’ weltberühmtem Roman führt seinen Protagonisten in die absurdesten Abenteuer und animierte Strauss zu einer Komposition voller parodistischer Anspielungen, nicht zuletzt auf die Form der Variation. Bereits in der Einführung hatten Leo Siberski und Tanja Tetzlaff dem gespannten Publikum Einblicke in ihre Auseinandersetzung mit dem Programm gegeben.