22.10.2018

Nach 46 Jahren: Eveline Wunderlich verabschiedet sich vom Theater

Am Samstag nach der Hamlet-Premiere fiel der letzte Vorhang für Eveline Wunderlich am Theater Plauen-Zwickau und sie verabschiedete sich von ihrer Bühne. 46 Jahre war die ehemalige Tänzerin und spätere Inspizientin am Theater in Plauen beschäftigt, eine so lange Zeit, wie sie heute wohl kaum ein Theatermitarbeiter mehr erreichen wird. Lilly, wie sie überall nur genannt wird, stammt aus Klein-Oschersleben bei Magdeburg. Bevor ihr Herz fürs Ballett zu schlagen begann, startete sie 1965 mit 10 Jahren an der Kinder- und Jugendsportschule in Magdeburg als Turnerin. Im Rahmen ihres Trainings erhielt sie wöchentlich Ballettunterricht im Theater. Der machte ihr dann zusehends mehr Freude als das Turnen, und so wechselte sie 1969 an die Staatliche Ballettschule nach Leipzig. 1972 führte sie gleich ihr erstes Engagement nach Plauen, wo sie unter Ballettmeisterin Renate Tietze und Trainingsmeisterin Sieglinde Reichelt schnell zur Solotänzerin wurde. Zu ihren zahlreichen Partien zählten der Teufel in Andrej Petrows Die Erschaffung der Welt und der Feuervogel in Igor Strawinskys gleichnamigem Ballett, wo sie auch ihr akrobatisches Können unter Beweis stellen konnte. Die Titelpartie im Ballett Die schlecht behütete Tochter war ein weiterer Höhepunkt und außerdem eine der Lieblingsrollen von Lilly Wunderlich, die sie ebenso auf Spitze tanzte wie alles in dieser Zeit. Ihre letzte und schwerste, aber auch herausragend gemeisterte Herausforderung war der Feuervogel im gleichnamigen Ballett von Igor Stravinsky. Fußprobleme zwangen sie danach, die Ballettschuhe an den Nagel zu hängen und eine andere Aufgabe am Theater anzunehmen, dort wollte sie auf jeden Fall bleiben. So wurde sie Inspizientin im Schauspiel, eine Aufgabe, die sie mit viel Freude ausgeübt hat. Alle Kolleginnen und Kollegen wünschen Lilly Wunderlich alles Gute für ihre Zukunft und hoffen darauf, sie oft als Gast in unserem Theater zu begrüßen!