11.12.2018

Eine Sommernacht im Dezember

Für seine Leistung in Stephen Sondheims Musical Das Lächeln einer Sommernacht nahm das Ensemble am 7. Dezember reichlich Applaus vom begeisterten Premierenpublikum entgegen. Die schnell aufeinanderfolgenden und teilweise ineinander verflochtenen Dialog- und Gesangspassagen bewältigten die Sängerdarstellerinnen und -darsteller mit großer Leichtigkeit. Unterstützt wurden sie dabei durch Jürgen Pöckels Inszenierung, in der die ironischen Brechungen des Stücks auf komisch bis tragische Weise Kontur annahmen. Zur flirrenden Stimmung trug nicht zuletzt das Quintett der Liebesliedersänger bei, das sich kommentierend und tanzend um die Szenen herum bewegte – im 2. Akt mit langen Koboldnasen und Blumenkränzen auf dem Haar. Sabine Pommerenings Bühnenbild zeigte einen detailgenauen Blätterwald, der im 1. Akt durch Gardinen und Holzmöbel zum Innenraum wurde, nach der Pause im Dämmerlicht der nicht untergehenden Sonne ins Freie verwies. Hier fand die verhängnisvolle Zusammenkunft aller Figuren beim Freiluftdinner nach skandinavischer Mittsommer-Tradition statt. In der Partie der Schauspielerin Desirée Armfeldt war Sandrine Guiraud zu Gast, die nicht nur für ihre Interpretation des Welthits Wo sind die Clowns, sondern auch für ihre feinfühligen Zwischentöne Sonderapplaus erhielt und dem Zwickauer Publikum bereits aus früheren Engagements bekannt ist.
Zum ersten Mal seit der Bespielung des Malsaals konnte hier eine Produktion mit Sinfonieorchesterbesetzung realisiert werden. Die ca. 30 Musikerinnen und Musiker des Philharmonischen Orchesters waren auf dem Zwischenboden positioniert und erzeugten eine indirekte Klangkulisse über dem Bühnenraum, die sich akustisch stets den Gesangsstimmen anpasste. Am Pult hielt GMD Leo Siberski souverän die musikalischen Fäden dieser anspruchsvollen Konstellation zusammen und ließ die Orchesterfarben in Sondheims Partitur leuchten.