04.11.2019

Begeistert aufgenommene "Oper aller Opern"

Mit lang anhaltendem Applaus feierte das Publikum am vergangenen Samstag im Vogtlandtheater die Premiere von Wolfgang Amadeus Mozarts Dramma giocoso Don Giovanni. Vor allem die rund herum homogene Leistung des Ensembles wusste zu begeistern, denn die acht Partien dieser Oper waren in dieser Neuproduktion optimal besetzt: So setzten Stephanie Atanasov als Donna Elvira, Christina Maria Heuel als Zerlina und Marija Mitić als Donna Anna jede auf ihre Weise besondere Glanzpunkte und konnten als die von dem Titelhelden angebeteten Frauen mit ihren Arien punkten. Maurice Giancarlo Avitabile als eifersüchtiger Masetto und Wonjong Lee als nobler Don Ottavio mit Tenorschmelz standen ihnen in keiner Weise nach. Stimmgewaltig verkörperte Frank Blees den Steinernen Gast, der Giovanni am Ende in die Hölle schickt. Marlon da Silva Maia gefiel als Leporello. Sie alle umkreisten wie die Motten das Licht oder die Gestirne die Sonne den Titelhelden, den Sebastian Seitz mit besonderer Verve verkörperte und sich damit erneut in die Herzen des Publikums sang und spielte. Die Clara-Schumann-Philharmoniker Plauen-Zwickau wussten mit ihrem historisch informierten Musizieren unter der musikalischen Leitung von GMD Leo Siberski zu begeistern, der am Hammerflügel gemeinsam mit dem Cellisten Nicolas Köhler auch die Rezitative agil begleitete. Jürgen Pöckels Inszenierung – ebenfalls begeistert aufgenommen – setzte im Bühnenbild von Andrea Hölzl, das sich für den Schluss eine besondere Überraschung offenhielt – komische wie dramatische Akzente und setzte so den Geist von Mozarts Dramma giocoso genau um.