Felix Mendelssohn Bartholdy Meeresstille und glückliche Fahrt op. 28 (MWV P 5)
Wolfgang Amadeus Mozart Klavierkonzert Nr. 21 KV 497 C-Dur
Dmitri Schostakowitsch Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 47
Die Erfahrung der bedrohlichen Auswirkungen eines Sturmes, aber auch einer Flaute auf dem Meer hat Johann Wolfgang von Goethe in dem Gedichtpaar „Meeresstille“ und „Glückliche Fahrt“ ausgedrückt – Felix Mendelssohn Bartholdy setzte diesen Gegensatz von Bewegung und Stillstand in Musik um, man hört förmlich das Schwingen des anwachsenden Wellengangs, „das ängstliche Band“ löst sich, die Reise endet glücklich!
Auch Wolfgang Amadeus Mozart drückte in seinen Klavierkonzerten zweierlei aus: Als Virtuose komponierte er Werke, mit denen er die aristokratische Gesellschaft beeindruckten konnte, gleichzeitig ist er als empfindsamer Mensch zu spüren, denn leise klingt das Wissen um individuelle Gefühle mit – „das Ideal einer höfischen Kunst überschneidet sich mit bürgerlich-volkstümlicher Lebensnähe“, wie es Hans Engel beschreibt. Im 5. Philharmonischen Konzert dieser Spielzeit werden diese „zwei Seelen“ im 21. Klavierkonzert von Mozart zu erleben sein, als Solistin wird Ragna Schirner musizieren: Sie erhielt 2019 den Robert-Schumann-Preis der Stadt Zwickau für ihre langjährige Auseinandersetzung mit dem Leben und Wirken von Clara Schumann.
Die 5. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch wurde von ihm selbst als ein „autobiographisches Werk“ gesehen: eine Reaktion auf die Formalismus-Vorwürfe der offiziellen Kulturpolitik, seine kompositorische Antwort auf den Prawda-Artikel „Chaos statt Musik“ - und eine Entscheidung, den eigenen Weg zu finden und zu gehen. Die musikalischen Vorbilder sind Beethoven, Tschaikowsky und Mahler, die formale Anlage ist der Tradition verpflichtet, und doch gelingt es Schostakowitsch, eine ganz eigene Sprache zu finden: Das innere Drama von Trauern und Klagen im 1. Satz „Moderato“, der tiefgründige Ländler „Allegretto“, das kammermusikalisch konzipierte „Largo“ und schließlich der Finalsatz „Allegro non troppo“ mit Anspielungen auf das Gedicht „Wiedergeburt“ von Alexander Puschkin. Die Sinfonie wurde zu einem großen Publikumserfolg!