Der literarisch interessierte Robert Schumann wuchs inmitten von Büchern auf – die Buchhandlung seines Vaters machte es möglich! Der junge Künstler verfasste eigene Lyrik und Nachdichtungen antiker Meister, ja, er gründete sogar mit Freunden 1825 einen „Litterarischen Verein“, der sich der intensiven Lektüre und dem Austausch über das Gelesene widmete.
Als Komponist verstand er sich zeitlebens als Tondichter, „Poesie ist ihm höchstes Kriterium für jede Komposition“, wie Martin Schoppe feststellt.
Das Schumann-Fest 2026 stellt diese besondere Facette des Komponisten in den Mittelpunkt; das letzte Philharmonische Konzert der Spielzeit greift nicht nur das Thema „Schumann und seine Dichter“ auf, sondern bezieht sich mit den „Szenen aus Goethes Faust“ auch konkret auf das Spielzeit-Motto. Im Konzert werden einige der Faust-Szenen zu hören sein, erläuternd verbunden durch Texte.
1817 wurde das Drama „Manfred“ von Lord Byron veröffentlicht, Robert Schumann las es als Student und war tief beeindruckt; 1821 veröffentlichte sein Vater das Werk in der Übersetzung von Julius Körner auf Deutsch. 1848 las Schumann das Werk erneut, nun in einer Übersetzung von Karl Adolf Suckow, und begann mit ersten Skizzen einer Vertonung. Clara schrieb, Robert habe „sich das Gedicht nach seinen Gedanken arrangiert, um es für die Bühne wirksam zu machen“; im März 1852 wurde die Ouvertüre unter Leitung des Komponisten in Leipzig uraufgeführt, das gesamte Werk erklang erstmals im Juni 1852 in Weimar unter der Leitung von Franz Liszt.