Hass und Krieg sind die einzigen Dinge, die die Familien der Capulets und der Montagues miteinander verbinden. Als Romeo, der Anführer der Montagues, den Sohn Capellios, dem Anführer der Capulets, tötet, schwört Capellio Rache. Tebald will Romeo umbringen, er ist in Capellios‘ Tochter Julia verliebt und möchte sie heiraten. Doch Julia ist heimlich in Romeo verliebt. Davon weiß nur Lorenzo, ein Vertrauter Capellios. Lorenzo und der als Bote verkleidete Romeo versuchen, das Blutvergießen zu beenden, denn Romeo bedauert es, den Sohn Capellios getötet zu haben. Doch sie werden zurückgewiesen. Kurz danach wird die Hochzeit zwischen Tebald und Julia vorbereitet. Heimlich treffen sich Romeo und Julia. Er bittet sie, mit ihm zu fliehen, aber sie hält zu ihrer Familie. Währenddessen stürmen einige bewaffnete Montagues die Stadt. Im Tumult kann Romeo gerade so fliehen. Lorenzo empfiehlt Julia, ein Gift zu nehmen, das sie tot erscheinen lasst, sodass sie am Grab wieder mit Romeo zusammentreffen kann. Zur gleichen Zeit liefern sich Romeo und Tebald ein Duell, das plötzlich von Julias Leichenzug aufgehalten wird. Am Grab von Julia ist Romeo so verzweifelt, dass er sich selbst tötet. Julia erwacht und findet Romeo noch bei Bewusstsein vor. Er stirbt in ihren Armen. Plötzlich bricht auch sie tot zusammen. Beide Familien treffen ein und beschuldigen einander, die Liebenden umgebracht zu haben. Hass und Krieg setzen sich fort.
Die tragische Liebesgeschichte von „Romeo und Julia“ fasziniert seit vielen Jahrhunderten. Als Vincenzo Bellini seine Oper 1830 in Venedig uraufführte, war Shakespeares Drama in Italien nahezu unbekannt. Im Unterschied zu Shakespeare liegt der Fokus des Librettos auf den letzten Stunden Romeos und Julias. Die Geschichte des berühmtesten Liebespaares formte Bellini zu einem Meisterwerk des Belcanto. Zauberhaft schöne Melodien treffen auf tiefe Emotionalität und eine mitreisende Geschichte.