Lia Bergmann weiß nicht nur genau, an welchem Datum sie gezeugt wurde – dem 4. September 1989 – sondern auch die exakte Uhrzeit, da ihren Eltern 21.27 Uhr der Wecker runterfiel. 33 Jahre später ist sie eine im Aufstieg begriffene Regisseurin, die einen Film über den Beruf der Hebamme plant. Da passt es ja gut, dass sie in der Produktionsphase selbst schwanger wird. Als sie dies vor versammelter Familie verkündet, fällt ihr Freund Tom aus allen Wolken. Während sich Lia durch Verschwiegenheit auszeichnet, ist ihre Familie Tom gegenüber umso gesprächiger: Er kann sich vor Erziehungstipps der kinderlosen Schwägerin Anne und Beziehungsratschlagen von Schwiegermutter Kerstin gar nicht retten. Auch die detaillierten Geburtsbeschreibungen von Schwippschwager Arne überlassen wenig der Fantasie. Doch was bedeutet überhaupt eine Geburt und was sind die direkten Folgen für Beziehung und Berufsleben? Lia und Tom müssen sich darüber erst einmal selbst klarwerden und miteinander über ihre Ängste und Hoffnungen austauschen. Was macht das mit mir, wenn so ein Mini-Ich aus mir herauskommt, fragt sich Lia, und bin ich nicht zu egoistisch, um mich richtig darum kümmern zu können? Und was, fragt Tom sie, wird dann aus meinem Studium, deinem Beruf? Als Lias Schwangerschaft ihren Lauf nimmt, gerat auch das Familienleben in Schwung.
Schwangerschaft und Geburt sind die natürlichsten Vorgänge des Lebens, ja, sie beschäftigen uns seit Menschengedenken. Doch Details zur Geburt und ihren Folgen werden selten in der Öffentlichkeit diskutiert. Warum eigentlich, fragt Autor Jan Neumann und entwickelte ein Stuck über den Ursprung der Welt, und wirklich alles, was dazugehört.